Mit dem 100-jährigen Bestehen als Motorrad-Hersteller befindet sich Moto Guzzi in einem ziemlich eltiären Kreis an Mitstreitern. Mit Harley-Davidson, Husqvarna, Indian, Royal Enfield und Triumph sind es tatsächlich nur eine Handvoll Produzenten, die bereits vor 100 Jahren Motorräder bauten und es heute noch tun. Zu diesem wahrlich feierwürdigen Jubiläum bringt Moto Guzzi nun eine limitierte Serie der Modelle V7, V9 und V85 TT in einer speziellen Centenario-Lackierung.

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Eine Marke wie Moto Guzzi, deren Modellprogramm von unzähligen Sonder-Editionen geprägt ist, scheint ja förmlich dazu gezwungen, gerade im 100. Jahr des Firmenbestehens ein Sondermodell zu präsentieren. Nun, die Italiener lassen sich erwartungsgemäß nicht lumpen, es werden 2021 sogar (vorerst) drei limitierte Modelle in edler Centenario-Lackierung angeboten: V7 Stone Centenario, V9 Bobber Centenario und V85 TT Centenario. Die Centenario-Lackierung der Jubiläums-Moto Guzzis hat historische Wurzeln

Der silber-grüne Anstrich wirkt in Kombination mit jeweils braunem Sattel und goldenem Adler (das Markenzeichen von Moto Guzzi) am Tank an sich schon äußerst stimmig und herrlich klassisch. Die Lackierung hat aber auch einen tieferen, historischen Hintergrund, denn 1955 schickte sich der heutige Klassik-Anbieter dazu an, ein höchst innovatives Rennmotorrad in den Grand Prix-Zirkus zu schicken, das seiner Zeit aus heutiger Sicht mindestens ein Jahrzehnt voraus war. Angetrieben von einem 500 Kubik großen V8-Motor(!), der für damalige Verhältnisse gewaltige 72 PS leistete, stellte die Moto Guzzi Otto Cilindri mit maximal 285 km/h auch so manche Geschwindigkeitsrekorde auf. Und hatte eben einen silbernen Tank, eine grüne Verkleidung, einen braunen Sattel und einen goldenen Adler auf beiden Seiten.

Der edle klassische Look passt den Guzzis V7 und V9 ausgezeichnet

Mit Rennsport hat Moto Guzzi heute zwar weniger am Hut, der übergeordnete Piaggio-Konzern hat Aprilia für die sportlichen Aufgaben auserkoren, aber gerade dieser Umstand beschert uns nun drei bildhübsche, klassische Guzzis in herrlicher Centenario-Aufmachung. Und so richtig alt sind die drei Modelle ja ohnehin nicht, sowohl V7 als auch V9 und V85 TT wurden für die heurige Saison umfangreich aufgemöbelt. Am ärgsten sind die Änderungen an der V7, die mit ihrem Namen nun ziemlich tiefstapelt. Immerhin erhält sie nun auch den 850 Kubik großen V2 in typischer Guzzi-Bauweise aus der V85 TT. In der V7 zwar auf 65 PS reduziert, darf die Wahl zwischen V7 und V9 nun rein über die Optik laufen - die V9 bekommt nämlich ebenfalls dieses Triebwerk mit 65 PS eingepflanzt, also auch ordentliche 10 PS mehr.

Der Moto Guzzi V85 TT steht der Style besonders gut

Am wenigsten gefeilt wurde am Spendermodell selbst, also an der V85 TT. Mit 80 PS holen die Italiener ohnehin das Meiste der drei Modelle aus dem V2 heraus, um die Mittelklasse-Reiseenduro angenehm kräftig und unaufgeregt souverän anzutreiben. Neu für 2021 sind überarbeitete Mappings der Elektronik für mehr Durchzug von unten heraus und zwei zusätzliche Fahrmodi. Dennoch scheint gerade die V85 TT in der Centenario-Ausführung die auffälligste Wandlung durchgemacht zu haben. V7 Stone und V9 Bobber nimmt man die edle klassische Anmutung klarerweise ab, die teilweise aber doch sehr moderne V85 TT wird erst in dieser wunderschönen Aufmachung ihrem Ruf als Classic-Enduro gerecht.

Es war der 15. März 1921, als Moto Guzzi gegründet wurde und sich dem Bau von Motorrädern verschrieb.